In den kälteren Wintern, in denen auch die Regionen um das Mittelmeer nicht zum Baden einladen, weichen viele Kreuzfahrtschiffe auf die Strecken entlang der marokkanischen Küste und rund um die Kanarischen Inseln aus und verbinden diese mit einer Route entlang der Atlantikküste. In den Hafenstädten Spaniens, Portugals, Frankreichs und der Niederlande können Sie bei Ihren Aufenthalten an idyllischen Küstenorten, paradiesischen Sandstränden und belebten Metropolen die unterschiedlichsten Eindrücke sammeln, die eine Seereise so besonders machen.
Wir haben eine Auswahl der schönsten Kreuzfahrtschiffe der Atlantikküste für Sie zusammengestellt.
Casablanca bedeutet „weißes Haus", und schon vom Schiff aus werden Sie sehen, warum die Stadt diesen Namen trägt. Aus dem weißen Häusermeer ragt nur das grüne Dach der Moschee Hassan II. heraus, die sich nicht nur des höchsten Minaretts der Welt rühmen darf, sondern in deren Inneres auch der Petersdom Platz fände. Und für diejenigen, die auf den Spuren von Humphrey Bogart und Ingrid Bergman wandeln möchten, herrscht an romantischen Cafés kein Mangel. Besichtigen Sie die französisch inspirierten Stadthäuser aus den 30er und 40er Jahren, genießen Sie den typisch marokkanischen Minztee und lassen Sie sich auf der Corniche die Meeresluft um die Nase wehen - die Ähnlichkeit mit den Promenaden an der Côte d'Azur sind nicht zu übersehen.
Die 60 km lange Straße von Gibraltar verbindet den Atlantischen Ozean mit dem Mittelmeer und ist eine der meist befahrenen Wasserstraßen der Welt. Auch zahlreiche Kreuzfahrtgesellschaften haben die an ihrer schmalsten Stelle nur 14 km breite Passage in ihr Angebot aufgenommen und bieten dort häufig die Möglichkeit zu einem Landgang. Mit der Seilbahn können Sie auf den Gipfel des 426 m hohen Felsens fahren, von dem Ihnen ein herrlicher Ausblick auf die Stadt und das im Hafen liegende Schiff gewährt wird. Von dort gelangen Sie über schmale Pfade zur Höhle Michael's Cave, die schon bei den Römern für ihre eindrucksvollen Tropfsteine bekannt war. Bewundern Sie auf dem „Affenfelsen" Europas einzig frei lebende Affen (Berberaffen) und die beeindruckende Tunnelanlage aus dem Zweiten Weltkrieg.
Auch wenn die Hauptstadt Andalusiens 87 km vom Meer entfernt ist, wird sie durch einen Fluss mit diesem verbunden und besitzt einen sehr aktiven Hafen, der häufig Ziel von Kreuzfahrten ist. Wegen der von unzähligen Farben geprägten Landschaft wird Sevilla "Stadt der tausend Reflexe" genannt. Seine Umgebung verläuft sich in bestellte Felder, Weinberge, Oliven- und Orangenhaine. Die Stadt wurde von den Iberern gegründet und von Phöniziern, Karthargern, Griechen und Römern erobert. Zahlreiche Spuren dieser wechselvollen Geschichte können Sie auch heute noch besichtigen. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die gotische Kathedrale mit dem Grabmal des Christoph Kolumbus, der Turm der Giralda, der mit seinen 93 m das Wahrzeichen der Stadt darstellt und der einen atemberaubenden Blick über die Stadt gewährt, und Alcazar, Festung und Palast der arabischen Herrscher aus dem 12. Jahrhundert.
Die Kanaren zählen zu den beliebtesten europäischen Reisezielen, obgleich die Inselgruppe nicht vor Europa, sondern vor der Westküste Afrikas liegt. Nicht umsonst lautet ihre Bezeichnung auch „Inseln des Frühlings"- Dank der Passatwinde ist das Klima das ganze Jahr über angenehm. Das Angebot ist groß und für jeden Reisenden ist etwas dabei, egal ob für Partylöwen, Eltern mit Kindern, Wassersportler, Wanderer oder Kulturreisende. Die weitläufigsten Strände finden Sie in Fuerteventura: Der weiße Sand und das leuchtend blaue Wasser erinnern eher an karibische Inselparadiese und laden ein zum Schwimmen, Tauchen und Entspannen. Wer etwas mehr Unternehmergeist besitzt, kann auf La Palma oder Lanzarote die riesigen Vulkankrater und die Lorbeerwälder La Gomeras besichtigen oder auf Teneriffa den mächtigen Teide, den höchsten Berg Spaniens, besteigen. Eher selten landen Kreuzfahrtschiffe auf der unbekannten Insel El Hierro, die am weitesten vom europäischen Festland entfernt ist und dank ihrer geringen Besucherzahl vor allem Ruhe und Erholung verspricht. Im Gegensatz dazu ist die größte der kanarischen Inseln, Gran Canaria, eine der größten Urlaubsdestination Europas und lockt mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft, endlosen Sandstränden und zahlreichen Shoppingangeboten.
Lissabon, die „Weiße Stadt am Meer" und Hauptstadt von Portugal bietet eine exklusive Mischung aus nostalgischem Flair, modernem Großstadtdesign und den Spuren einer wechselvollen Geschichte. Schon bei der Einfahrt in die Tejo-Mündung sieht man den Turm von Belém, das Denkmal der Entdeckungen Portugals. Auch im Stadtinneren, insbesondere aber in der Altstadt Alfama, zeigen die Fassaden den vergangenen Reichtum der einstigen Weltmacht. Neben einer interessanten Multikulti-Gesellschaft bietet Lissabon auch allerlei Sehenswürdigkeiten: Das Carmo-Kloster, die Kathedrale, das Kastell São Jorge mit der besten Aussicht und zahlreiche Museen und Monumente.
Wer die märchenhafte portugiesische Landschaft entdecken möchten, dem sei eine Jeeptour zum Cabo da Roca - Europas westlichstem Punkt - und in das Gebirge rund um die Ortschaft Sintra mit seiner üppigen Landschaft empfohlen.
Die Stadt Bordeaux an der französischen Atlantikküste blickt auf eine sehr lange und bewegte Siedlungs- und Kulturgeschichte zurück. Das historische Stadtbild ist bis heute nahezu vollständig erhalten und bietet eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten für geschichtlich interessierte Besucher. Große Teile der Stadt sowie die Anlage von Straßen, Plätzen, Parks und Gärten entsprechen immer noch dem spätbarockem Bild des historischen Bordeaux. Insbesondere die Straßenzeile zum Fluss Garonne, wo sich über Kilometer die Fassaden der alten Bürgerhäuser hinziehen, ist berühmt. Auf keinen Fall versäumen sollten Sie natürlich auch eine Probe des Rotweins: Begünstigt durch Klima und Böden hat sich die Gegend um Bordeaux zu einer der wichtigsten Weingegenden entwickelt und wird für seine aromatischen Erzeugnisse weltweit geschätzt.
Die romantische Hafenstadt St. Malo an der französischen Bretagne-Küste besitzt nicht nur viel Kultur und Museen, sondern auch jede Menge Esprit. Eine gelungene Mischung aus altem Baustil und moderner Architektur macht diese Stadt zum Treffpunkt für Menschen aller Nationalitäten. Die Mauern der Altstadt, die schon oft belagerte Burg, die Kathedrale in der Innenstadt oder die vielen historischen Gebäude - Zeugen der Vergangenheit finden sich auf Schritt und Tritt. Doch auch die unzähligen Cafés, verwinkelte Gassen und belebte Märkte ziehen die Besucher unweigerlich in ihren Bann. Den besten Blick auf den Hafen, die Küste und die Stadt selbst hat man von einem Rundgang auf der alten Stadtmauer. In der Bucht von St. Malo sind gewaltige Gezeitenunterschiede zu bestaunen, deshalb befindet sich außerhalb der Stadt auch das größte Gezeitenkraftwerk der Welt. Häufig steht auch eine Exkursion zum Mont St. Michel auf dem Programm: Der Fels mit der gleichnamigen Benediktinerabtei wurde zum Weltkulturerbe ernannt und wird durch seine einzigartige Bauweise zu Recht „le Merveille", das Wunder, genannt.
Ein lohnenswertes Ziel ist auch die niederländische Hafenmetropole Amsterdam. Neben dem breiten Spektrum an historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten wie dem Königspalast oder dem Reichsmuseum locken auch Kuriositäten wie das Marihuana Museum oder das berühmt-berüchtigte Rotlichtviertel Touristen aus aller Welt in die Stadt. Besonders empfehlenswert ist eine Fahrt durch die zahlreichen Grachten, die sich durch die gesamte Innenstadt Amsterdams ziehen. Ein absoluter Geheimtipp ist der Flohmarkt am Waterlooplein, auf dessen unzähligen Ständen viele ausgefallene Schnäppchen angeboten werden.