Seit der Entdeckung Amerikas ist die Transatlantik-Passage von der alten in die neue Welt eine der faszinierendsten Schifffahrtsrouten. Was in den Zeiten der großen Auswanderungswellen von Europa nach Amerika noch eine lange und strapaziöse Fahrt unter oft unmenschlichen Bedingungen war, ist heute der Inbegriff einer angenehmen und luxuriösen Reise. Einmal mit dem Schiff die unermessliche Weite des Atlantischen Ozeans erleben und nach mehreren Tagen auf See mit Blick auf die Freiheitsstatue im New Yorker Hafen einlaufen - immer mehr Menschen wollen sich diesen Traum erfüllen und so erlebt die Route gerade in den letzten Jahren eine Renaissance. Da die Reise vor allem durch eine hohe Anzahl an reinen Seetagen ohne Landgänge gekennzeichnet ist, verfügen die Schiffen meist über zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten und außergewöhnlichen Komfort. Zudem werden an Bord alte Kreuzfahrt-Traditionen wie das Captains Dinner hochgehalten.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe starten im Frühjahr und Herbst von Häfen im Mittelmeer wie Genua oder Venedig und steuern als erste Ziele im Atlantik die Kanarischen Inseln, Madeira oder Casablanca an, bevor sie sich auf ihre Fahrt über den „großen Teich" begeben. Häufig steht auch ein Abstecher auf die Bermuda-Inseln oder in die Karibik auf dem Programm, bevor die Schiffe in Florida oder New York eintreffen. Natürlich verkehren die Schiffe auch in umgekehrter Richtung.
Wir haben eine Auswahl der schönsten Kreuzfahrtschiffe der Transatlantikroute für Sie zusammengestellt.
Genua ist eine Stadt, in der man leicht Fernweh bekommt. Es riecht nach der großen weiten Welt, das Mittelmeer ist allgegenwärtig und bestimmt den Alltag. Das war auch 1451 schon so, als Christoph Kolumbus in der Metropole Liguriens geboren wurde. Da lag sein Plan, den westlichen Seeweg nach Indien zu erkunden, nicht fern. Auch die meisten Touristen kommen heute nur nach Genua, um der norditalienischen Stadt gleich wieder den Rücken zu kehren und an Bord zu gehen. Denn hier starten viele Kreuzfahrtschiffe sowie Fähren nach Sardinien, Korsika oder Sizilien. Doch auch die Stadt selbst ist eine Reise wert. "La Superba", die Stolze, nennen die Italiener Genua wegen ihrer eindrucksvollen Paläste, die bis zu sieben Stockwerke hoch in den Himmel ragen. Vom mittelalterlichen Palazzo Ducale, dem ehemaligen Sitz der genuesischen Dogen, ist es nur ein kurzer Fußweg bis zum Hafen, der als einer der größten im Mittelmeerraum gilt. Und über allem thront die „Lanterna", das Wahrzeichen der Stadt, von der man einen herrlichen Ausblick auf den Hafen und das Meer genießen kann. Sollten Sie vor Ihrer Abreise noch einen Tagesausflug unternehmen wollen, dann besuchen Sie den malerischen Hafenort Portofino.
Ein wichtiger Ausgangshafen für die Reise über den Atlantik ist die italienische Lagunenstadt Venedig. Den schönsten Eindruck erhält man vom Wasser aus, weshalb sich eine romantische Gondelfahrt durch die Kanäle der Stadt empfiehlt. Anschließend können Sie den Dogenpalast besichtigen, über die Seufzer-Brücke spazieren und einen Espresso auf dem Markusplatz genießen. Nicht entgehen lassen sollten Sie sich den Besuch einer venezianischen Glasbläserei, wo Sie wahren Meistern ihres Handwerks bei der Arbeit zusehen und echtes Murano-Glas erwerben können.
Die Kanaren zählen zu den beliebtesten europäischen Reisezielen, obgleich die Inselgruppe nicht vor Europa, sondern vor der Westküste Afrikas liegt. Nicht umsonst lautet ihre Bezeichnung auch „Inseln des Frühlings"- Dank der Passatwinde ist das Klima das ganze Jahr über angenehm. Das Angebot ist groß und für jeden Reisenden ist etwas dabei, egal ob für Partylöwen, Eltern mit Kindern, Wassersportler, Wanderer oder Kulturreisende. Die weitläufigsten Strände finden Sie in Fuerteventura: Der weiße Sand und das leuchtend blaue Wasser erinnern eher an karibische Inselparadiese und laden ein zum Schwimmen, Tauchen und Entspannen. Wer etwas mehr Unternehmergeist besitzt, kann auf La Palma oder Lanzarote die riesigen Vulkankrater und die Lorbeerwälder La Gomeras besichtigen oder auf Teneriffa den mächtigen Teide, den höchsten Berg Spaniens, besteigen. Eher selten landen Kreuzfahrtschiffe auf der unbekannten Insel El Hierro, die am weitesten vom europäischen Festland entfernt ist und dank ihrer geringen Besucherzahl vor allem Ruhe und Erholung verspricht. Im Gegensatz dazu ist die größte der kanarischen Inseln, Gran Canaria, eine der größten Urlaubsdestination Europas und lockt mit ihrer abwechslungsreichen Landschaft, endlosen Sandstränden und zahlreichen Shoppingangeboten.
Die Blumeninsel Madeira ist häufig der erste Anlaufhafen nach einem Start von Casablanca über den Atlantik und begeistert durch ihr mildes Klima, üppige Vegetation und landschaftliche Gegensätze. Da die Insel auf der Spitze eines riesigen Gebirges steht, das 4.000 m unter der Wasseroberfläche beginnt, sind fast alle Küsten steil und schroff. Traumstrände findet man auf der Insel nicht, an vielen Stellen können Badefreunde dennoch über Felsbuchten ins Meer gelangen. Besonders beliebt sind Wanderungen oder Fahrradtouren entlang der Levadas, der rund 3.000 km langen Wasserversorgungswege von Madeira. Die ersten Kanäle für die Bewässerung der Zuckerrohrplantagen wurden von maurischen Sklaven bereits rund 50 Jahre nach der Erstbesiedlung der Insel im Jahr 1410 angelegt. Entlang der Wege durch Eukalyptus- oder Lorbeerwälder blühen je nach Jahreszeit Akazien, Hortensien und Lilien und bieten die ideale Kulisse für Erholungssuchende und Aktivurlauber.
Casablanca bedeutet „weißes Haus", und schon vom Schiff aus werden Sie sehen, warum die Stadt diesen Namen trägt. Aus dem weißen Häusermeer ragt nur das grüne Dach der Moschee Hassan II. heraus, die sich nicht nur des höchsten Minaretts der Welt rühmen darf, sondern in deren Inneres auch der Petersdom Platz fände. Und für diejenigen, die auf den Spuren von Humphrey Bogart und Ingrid Bergman wandeln möchten, herrscht an romantischen Cafés kein Mangel. Besichtigen Sie die französisch inspirierten Stadthäuser aus den 30er und 40er Jahren, genießen Sie den typisch marokkanischen Minztee und lassen Sie sich auf der Corniche die Meeresluft um die Nase wehen - die Ähnlichkeit mit den Promenaden an der Côte d'Azur sind nicht zu übersehen.
Das britische Überseegebiet, bekannt geworden durch die Erzählungen Schiffsbrüchiger, die im Jahr 1609 auf der Inselgruppe dort gestrandet waren, wirkt wie eine Mischung aus Großbritannien und der Karibik. Bermuda - das ist Calypso und Kricket, pastellfarbene Häuser und Pubs, Rumpunsch und Fünfuhrtee. Das subtropische Klima und die türkiesfarbene See, die endlosen Sandstrände und Korallenriffe machen die Insel zu einem wahren Paradies. Kings's Wharf, das „Gibraltar des Westens", wurde nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg auf der westlichen Spitze der Inselgruppe von fast 10.000 Sträflingen unter härtesten Bedingungen erbaut und ist heute häufiger Anlegepunkt von Kreuzfahrtschiffen. Neben Ausflügen zu den bedeutenden Kunsthandwerkermärkten der Insel stehen oft auch Tauchexkursionen zu den nahegelegenen Korallenriffen auf dem Programm.
New York ist eine Stadt der Superlative und darf als Ziel- oder Endpunkt bei keiner Transatlantikfahrt fehlen. Schon bei der Einfahrt in die Bucht der Stadt, die einen der größten natürlichen Hafen der Welt beherbergt, wird den Passagieren ein Blick auf die Freiheitsstatue und die Skyline von Manhattan präsentiert. Das Kreuzfahrtterminal liegt direkt im Zentrum der Millionenmetropole. Von dort aus sind beliebte Sehenswürdigkeiten wie das Empire State Building, die Brooklyn Bridge, die Fifth Avenue, der Broadway und die Wall Street bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Auch ein Spaziergang vorbei an gigantischen Wolkenkratzern, massiven Kirchen, belebten Geschäftsstraßen und weltberühmten Museen zum Central Park, der beinahe doppelt so groß ist wie Monaco, bietet unvergessliche Eindrücke. Nehmen Sie sich im Vorfeld oder Anschluss an Ihre Kreuzfahrt über den Atlantik auf jeden Fall mehr als einen Tag Zeit für die Erkundung von New York und genießen Sie die unglaubliche Atmosphäre, die jeden Besucher unweigerlich in ihren Bann zieht.